FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wir verfolgen im Rahmen der Zukunftsagenda drei zentrale Ziele:

  1. Wir wollen neue Tätigkeitsprofile im Bereich mathematisch-statistischer Methodenanwendungen in unsere berufsständische Vereinigung integrieren, insbesondere aus dem Feld Data Science.
  2. Wir wollen unser Qualitätsversprechen weiterhin garantieren und im Dialog über das Zukunftsbild unseres Berufsfeldes den fachlichen und persönlichen Austausch gemeinsam innerhalb und außerhalb unserer Vereinigung fördern.
  3. Wir wollen die DAV als zukunftsgewandte, kompetente und moderne berufsständische Vertretung positionieren, unsere Bekanntheit steigern und die Interessen unserer Mitglieder gegenüber unseren relevanten Stakeholdern vertreten.

Mit diesen Zielsetzungen möchten wir einerseits sicherstellen, dass wir uns als Gemeinschaft weiterentwickeln und die Vielfalt unseres Berufsfeldes auch in unserer Mitgliedschaft spiegeln. Andererseits möchten wir dabei unsere Werte und Qualitätsansprüche an unsere Arbeit bewahren und deutlich machen, dass das „klassische“ aktuarielle Berufsbild weiterhin dieselbe hohe Relevanz wie zuvor beibehält.

Wir befinden uns in Zeiten eines beschleunigten Wandels, der sich auch in unserem aktuariellen Berufsalltag widerspiegelt. Die gesellschaftliche Relevanz und Verantwortung unseres Berufes wachsen angesichts globaler Herausforderungen. Insbesondere die Digitalisierung birgt hierbei Potenziale, die für unsere Arbeit erfolgskritisch sind. Um diesen Wandel nicht nur geschehen zu lassen, sondern aktiv mitzugestalten und die DAV zukunftsfähig aufzustellen, benötigen wir einen Fahrplan, der klare Ziele und Maßnahmen benennt. Diese formulieren wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern in der DAV-Zukunftsagenda. 

Im Laufe unserer Geschichte haben wir bereits zahlreiche Veränderungsprozesse gemeistert und dabei die Stärke unserer Gemeinschaft bewiesen. Als moderne berufsständische Vereinigung ist die Offenheit gegenüber Veränderungen ein elementarer Bestandteil unserer Identität. Ein Beispiel hierfür ist das Thema Risikomanagement, das wir zunächst in das Grundwissen unseres Ausbildungssystems integriert und später als eigenständige Zusatzqualifikation zum festen Bestandteil unseres Curriculums etabliert haben. Unsere Erfahrung zeigt: Wir sind sicher im Wandel und bilden die richtigen Fähigkeiten für die Zukunft aus.

Durch die Integration neuer Berufsprofile und Themenbereiche stellen wir die DAV zukunftsfähig auf und positionieren uns als eine moderne berufsständische Vertretung. Wir wollen durch diese Öffnung qualitativ und methodisch wachsen und neue Potenziale ausschöpfen, insbesondere in Bereichen wie Data Science und Künstliche Intelligenz. So bieten wir allen klassischen Aktuarinnen und Aktuare weiterhin ein wertschätzendes Umfeld und Berufstätigen aus neuen aktuariellen Tätigkeitsfeldern eine berufsständische Heimat.

Zukünftig sollen zwei Arten der Mitgliedschaft möglich sein:

  1. Ordentliche Mitgliedschaft mit Titelführungsrecht
    Ordentliche Mitglieder haben das Recht, die Bezeichnung „Aktuar DAV“ / „Aktuarin DAV“ zu führen, wenn sie die Anforderungen der für ihre Aufnahme maßgeblichen Prüfungsordnung und Berufspraxisordnung erfüllen. 
  • Ordentliche Mitgliedschaft ohne Titelführungsrecht 
    Kandidatinnen und Kandidaten erwerben nach dem Abschluss einer bestimmten Anzahl von Prüfungen (sechs Prüfungen + zwei Pflichtseminare) eine Mitgliedschaft in der DAV ohne das Recht, den Titel „Aktuar DAV“/ „Aktuarin DAV“ zu führen. 

Auf diese Weise können die inhaltliche Vielfalt unseres Berufsfeldes abgebildet und gleichzeitig der besondere Anspruch an den Titel „Aktuar DAV“ / „Aktuarin DAV“ und dessen Erwerb weiterhin sichergestellt werden.

Der Erhalt des Titels „Aktuar DAV“ / „Aktuarin DAV“ bleibt unverändert an das Erfüllen aller bestehenden Anforderungen und Prüfungsleistungen gebunden. Gleichzeitig wird das strikte Verhältnis zwischen Mitgliedschaft und Titelführungsrecht aufgelöst, sodass bereits nach Bestehen der Prüfungen zum Grundwissen eine Mitgliedschaft erlangt werden kann.

Bitte melden Sie sich gerne jederzeit über die Kommentarfunktion auf dieser Webseite oder über die Mailadresse zukunftsagenda@aktuar.de. Ihre Anregungen werden wir sammeln und im Rahmen der weiteren Ausarbeitung unserer Zukunftsagenda berücksichtigen. Anschließend werden wir Ihnen den finalen Vorschlag auf der Herbsttagung 2022 vorstellen und auf dieser Grundlage über die zukünftige Mitgliederstruktur entscheiden.

Als zentrale Voraussetzung für eine Weiterentwicklung unserer Mitgliedschaft möchten wir künftig alle datenbasiert und mathematisch-statistisch tätigen Expertinnen und Experten im Versicherungs- und Finanzbereich als Mitglieder der DAV und somit für unseren Berufsstand gewinnen. Um unser Ausbildungssystem entsprechend zu flexibilisieren, streben wir zu diesem Zweck eine Satzungsänderung an, über die im Rahmen unserer Mitgliederversammlung 2023 abgestimmt werden soll. Mit der Satzungsänderung schaffen wir die notwendige Voraussetzung dafür, dass die DAV ihre Rolle als kompetente und vielfältige berufsständische Vertretung auch in Zukunft erfüllen kann und als erste Ansprechpartnerin in aktuariellen Fragen wahrgenommen wird.   

Der aktuelle Vorschlag zur Weiterentwicklung der Mitgliedschaft beschäftigt sich zwangsläufig mit einigen Aspekten, die auch bereits beim konkreten Vorschlag einer neuen zweiten Mitgliederkategorie „Associate“ untersucht und dann in der damals als sinnvoll erachteten Ausgestaltungsform zur Abstimmung gestellt worden sind. Im Nachgang wurden nun die wesentlichen Kritikpunkte der damaligen Diskussion konsequent aufgegriffen und in dem neu entwickelten Grundkonzept einer Trennung zwischen einer optionalen Mitgliedschaft ohne Titelführungsrecht einerseits und einer bedarfsgerechten Flexibilisierung der erwerbbaren Titel – mit „Aktuar DAV“ / „Aktuarin DAV“ als Nachweis der umfassendsten Ausbildung – andererseits berücksichtigt.     

Die verschiedenen denkbaren Qualifikationswege beinhalten jeweils weiterhin eigene spezifische Mehrwerte und fachliche Schwerpunkte. In den jeweiligen Bereichen sollte daher aus den gleichen Gründen wie bisher auch weiterhin eine Unterstützung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Arbeitgeber erfolgen. Nach wie vor gilt, dass der Titel „Aktuar DAV“ / „Aktuarin DAV“ für einen eigenen hochwertigen Qualitätsstandard steht.

Dies hängt sicherlich von den konkreten Tätigkeits- und Verantwortungsbereichen ab, denn eine Mitgliedschaft ohne Titelführungsrecht ist deutlich niedrigschwelliger, als eine Ausbildung zum „Aktuar DAV“ bzw. zur „Aktuarin DAV“, da sie neben dem Basiswissen keine weiteren Prüfungen im Spezialwissen voraussetzt. Personen, die sich nur auf einen bestimmten Bereich der aktuariellen Tätigkeiten spezialisieren möchten, haben somit einen einfacheren Zugang zu Zusatzqualifikationen, ohne eine ganzheitliche aktuarielle Ausbildung abschließen zu müssen. Der Vorteil besteht also einerseits darin, insbesondere Berufs- und Quereinsteigerinnen und -einsteigern einen leichteren Zugang zu unserer Organisation zu ermöglichen. Gleichzeitig könnten sie die vielen Angebote und Netzwerkmöglichkeiten der DAV nutzen sowie sich selbst zu ihren Expertenthemen einbringen, beispielsweise in Arbeitsgruppen oder Pools. Zudem verfügen sie als Mitglieder über dieselben Rechte und Pflichten innerhalb der DAV wie Mitglieder mit Titel.

Nach der Implementierung unseres Vorschlags würde man die Unterscheidung über die Führung des Titels „Aktuar DAV“/„Aktuarin DAV“ treffen können.  Entsprechende Mitglieder verfügen dann über eine breitere Qualifikation.

Die Zusatzqualifikationen behalten ihren Wert und ihre Gültigkeit, da die Ausbildung (Aufbau wie Inhalt) zum Erwerb der Titel gleichbleibt. Es ist lediglich möglich, sich direkt zu spezialisieren.

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Anke Spieker

Zur heutigen Diskussion im Rahmen der DAV-Jahrestagung (28.04.2022) über zukünftigen Mitgliederstatus und Titel „Aktuar DAV“: Auch die britische Aktuarvereinigung hat zwei – nach meinem Verständnis ähnliche Status: Associate und Fellow (https://en.wikipedia.org/wiki/Institute_and_Faculty_of_Actuaries#Qualifications). Ich sehe in den geplanten Änderungen „Mitglied DAV“ und „Aktuar DAV“ kein größeres Problem.

Martin P.

Ich halte Ihre sogenannte gendersensible Sprache für einen Fehler, für eine disfunktionale, sexistische Sprache, mit deren Bipolarität Sie keiner Diversität gerecht werden. Leider wollten Sie meine fachliche Erwiderung auf Ihre Argumente in Der Aktuar 3/2021 nicht aufnehmen, sondern halten die Meinungsumfrage hierzu für ausreichend – sehr schade, denn Argumente sind mir lieber als schlichte Meinungen. Meine Erwiderung finden sie hier: https://www.icloud.com/iclouddrive/00dLonAOP72_N84kjb2MKYbCw#GendersensibleSprache

Burkhardt

Sehr informativ

Maria Schmidt

Vielen Dank!

Clara B.

Informative Seite!